«Meine Eltern verstehen nicht, wie es hier läuft.» «Mein Kind hat keinen Respekt mehr.» Diese beiden Sätze hören wir in unseren Coachings fast jede Woche, oft aus derselben Familie. Sie beschreiben denselben Konflikt von zwei Seiten: Ein Jugendlicher lebt in Zürich zwischen zwei Welten, und die Eltern sehen, wie ihr Kind sich von dem entfernt, was ihnen wichtig ist.
Warum es gerade in der Pubertät kracht
In der Pubertät lösen sich alle Jugendlichen von ihren Eltern, das ist normal und notwendig. In Familien mit Migrationsgeschichte kommt eine zweite Bewegung dazu: Das Kind orientiert sich an einer Umgebung, die die Eltern nicht vollständig kennen. Es spricht eine Sprache besser als sie, kennt Regeln der Schule und der Behörden besser, übernimmt vielleicht schon früh Verantwortung beim Übersetzen und Erklären. Das verschiebt das Gleichgewicht in der Familie. Eltern verlieren an Autorität, ohne dass jemand es so wollte. Und Jugendliche tragen eine Last, die nicht für ihr Alter gemacht ist.
Daraus entstehen Konflikte, die sich an Kleinigkeiten entzünden: Ausgang, Kleidung, Freundschaften, Handy, Religion, die Wahl des Berufs. Dahinter steht fast immer dieselbe Frage: Wer bist du, wenn du nicht so bist wie wir?
Was Jugendliche brauchen
Keine Entscheidung zwischen den Welten. Die meisten Jugendlichen wollen beides: dazugehören, hier, und die Familie nicht verlieren. Sie brauchen Erwachsene, die das aushalten, ohne es als Verrat zu werten. Und sie brauchen einen Ort, an dem sie das sagen können, ohne dass die Eltern es sofort erfahren. In unserem Coaching für Jugendliche ist das der Normalfall: eine Bezugsperson, die oft selbst zwischen zwei Kulturen aufgewachsen ist und beide Seiten kennt.
Was Eltern brauchen
Jemanden, der ihnen in ihrer Sprache erklärt, wie das Schulsystem, die Lehre, die Behörden funktionieren, und der ihnen nicht das Gefühl gibt, versagt zu haben. Eltern, die verstehen, was ihr Kind draussen erlebt, reagieren anders als Eltern, die es nur ahnen. Deshalb arbeiten wir im Familiencoaching mit beiden Seiten, meist getrennt und dann gemeinsam. Und deshalb sprechen wir im Team 18 Sprachen, nicht als Service, sondern weil ein Gespräch über Werte in der Muttersprache ein anderes Gespräch ist.
Drei Dinge, die zu Hause helfen
- Nicht über das Kind sprechen, sondern mit ihm. Auch wenn es schwerfällt: Fragen stellen, nicht nur Regeln setzen. «Was ist dir daran wichtig?» öffnet mehr als «Bei uns macht man das nicht».
- Das Übersetzen abgeben. Wenn dein Kind seit Jahren Briefe und Behördengänge erledigt, hol dir dafür Unterstützung von aussen. Das entlastet das Kind und gibt dir deine Rolle zurück.
- Eine Sache gemeinsam, die zu beiden Welten gehört. Kochen, Sport, ein Fest vorbereiten. Beziehung entsteht nicht in Diskussionen, sondern im Tun.
Es geht nicht darum, dass jemand seine Herkunft aufgibt. Es geht darum, dass Eltern und Jugendliche wieder auf derselben Seite stehen, mit einer Brücke zwischen beiden Welten. Die bauen wir mit euch.
Du willst das nicht allein angehen? Im Erstgespräch klären wir, was bei euch gerade dran ist und welches Coaching passt. Erstgespräch vereinbaren oder anrufen: 044 310 29 45.

