Wenn es mehr ist als Pubertät: Warnzeichen für psychische Belastung bei Jugendlichen

Jugendliche sind heute stärker belastet als noch vor wenigen Jahren, besonders Mädchen. Diese Zeichen solltest du ernst nehmen, und so gehst du den ersten Schritt.

Studien aus der Schweiz und den Nachbarländern zeigen seit Jahren dasselbe Bild: Die psychische Belastung bei Jugendlichen nimmt zu, Mädchen und junge Frauen sind besonders betroffen, und viele holen sich keine Hilfe. In unseren Coachings sehen wir, was hinter den Zahlen steht: Jugendliche, die lange funktioniert haben, bis es nicht mehr ging. Und Eltern, die sich fragen, ob sie es hätten früher merken müssen.

Dieser Beitrag soll dir helfen, hinzuschauen, ohne in Panik zu geraten.

Was normal ist

Pubertät ist anstrengend. Stimmungsschwankungen, Rückzug ins Zimmer, lange Nächte, Streit über alles: Das gehört dazu und geht vorbei. Entscheidend ist nicht, ob etwas davon vorkommt, sondern wie lange, wie stark und in wie vielen Lebensbereichen gleichzeitig.

Zeichen, die du ernst nehmen solltest

  • Rückzug über Wochen, auch von Freundinnen und Freunden, nicht nur von der Familie.
  • Schlaf, der dauerhaft nicht mehr stimmt: kaum schlafen, nur schlafen, morgens nicht aufstehen können.
  • Leistung, die in der Schule oder Lehre plötzlich einbricht, ohne erkennbaren Grund.
  • Reizbarkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber Dingen, die früher wichtig waren.
  • Körperliche Beschwerden ohne Befund: Bauchweh, Kopfweh, Appetit weg oder dauernd da.
  • Sätze wie «Es bringt eh nichts» oder «Ohne mich wäre es einfacher». Solche Sätze sind nie nur Phrasen. Frag nach, direkt und ruhig.

Der erste Schritt: Fragen, nicht lösen

Die meisten Eltern wollen sofort handeln: Termin, Regeln, Lösung. Jugendliche erleben das als Druck. Der bessere erste Schritt ist ein Satz wie: «Ich habe gemerkt, dass es dir seit einer Weile nicht gut geht. Ich bin da, auch wenn du jetzt nicht reden willst.» Dann aushalten, dass vielleicht erst mal nichts kommt. Und in ein paar Tagen wieder fragen.

Wenn dein Kind mit dir nicht reden will, ist das kein Versagen. Es ist oft gerade die Nähe, die es schwer macht. Dann hilft eine Person von aussen. Unser Coaching für Jugendliche beginnt genau dort: ein Gespräch ohne Bewertung, in der Sprache, die passt, mit jemandem, der nicht Mutter oder Vater ist.

Wann es keinen Aufschub gibt

Wenn dein Kind von Suizid spricht, sich verletzt oder du Angst um seine Sicherheit hast, warte nicht auf ein Erstgespräch. Diese Nummern sind rund um die Uhr erreichbar:

  • 147: Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, auch per Chat und SMS
  • 143: Die Dargebotene Hand, für Eltern und Jugendliche
  • 144: Notruf bei akuter Gefahr

Für alles, was nicht akut ist, aber schon zu lange dauert, sind wir da: Jugendliche, Eltern oder Fachstellen können sich bei uns melden.

Du willst das nicht allein angehen? Im Erstgespräch klären wir, was bei euch gerade dran ist und welches Coaching passt. Erstgespräch vereinbaren oder anrufen: 044 310 29 45.

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