Lehrstelle finden: So gelingt der Einstieg, auch wenn es spät ist

Jedes Jahr sind auch im Herbst noch Lehrstellen offen. Wer jetzt dranbleibt, hat gute Chancen. So gehst du es an, Schritt für Schritt.

Die Lehre ist in der Schweiz der häufigste Weg ins Berufsleben, und jedes Jahr bleiben auch nach dem Sommer Lehrstellen offen. Wer jetzt noch sucht, ist nicht zu spät. Aber viele Jugendliche, die zu uns kommen, haben den Mut schon verloren: zehn Absagen, keine Antwort, und zu Hause wächst der Druck. Dieser Beitrag ist für sie und für ihre Eltern.

Zuerst: Druck raus, Plan rein

Eine Lehrstellensuche ohne Plan fühlt sich an wie Dauerprüfung. Mit Plan wird sie zu einer Reihe kleiner Aufgaben. Nimm dir pro Woche drei Dinge vor, nicht dreissig. Zum Beispiel: zwei Schnupperanfragen, eine Bewerbung überarbeiten, einen Betrieb anrufen. Und leg fest, wann du nicht suchst. Wer jeden Abend am Küchentisch über Lehrstellen diskutiert, hält das keine zwei Monate durch, weder als Jugendlicher noch als Elternteil.

Wo die offenen Stellen stehen

  • berufsberatung.ch führt das offizielle Lehrstellenverzeichnis der Kantone. Dort stehen die Stellen, die wirklich frei sind.
  • yousty.ch und ähnliche Plattformen zeigen Betriebe mit Bildern und Erfahrungsberichten, das hilft bei der Auswahl.
  • Das Berufsinformationszentrum (BIZ) deines Kantons berät kostenlos und kennt Betriebe, die nicht inserieren.
  • Dein Umfeld. Viele Lehrstellen werden über Bekannte vergeben. Sag allen, dass du suchst, auch den Eltern deiner Kollegen.

Schnuppern schlägt Bewerben

Ein Betrieb nimmt lieber jemanden, den er schon zwei Tage erlebt hat, als jemanden mit dem besseren Zeugnis. Frag deshalb aktiv nach Schnupperlehren, auch dort, wo gerade keine Stelle ausgeschrieben ist. Ruf an, statt nur zu mailen. Und bedank dich nach dem Schnuppern mit einer kurzen Nachricht. Das machen die wenigsten, und genau deshalb fällt es auf.

Die ehrliche Bewerbung

Betriebe lesen hunderte Bewerbungen, die alle gleich klingen. Deine darf anders sein: Schreib in zwei, drei Sätzen, warum genau dieser Beruf und warum dieser Betrieb. Wenn deine Noten nicht glänzen, erklär in einem Satz, was du daraus gelernt hast, und nenn etwas, das du gut kannst, auch ausserhalb der Schule. Sport, ein Nebenjob, Verantwortung in der Familie, Sprachen. Lass die Bewerbung von jemandem gegenlesen, der nicht deine Mutter ist.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Es gibt Jugendliche, bei denen das Problem nicht die Bewerbung ist, sondern der Alltag drumherum: kein fester Rhythmus, Streit zu Hause, Schule ohne Abschluss, keine Ahnung, welcher Beruf überhaupt passt. Für sie haben wir die Tagesstruktur SOTA: ein geregelter Tag, Lern- und Jobcoaching, Praktika in echten Betrieben, bis die Lehre steht. Der Weg dahin läuft meist über die zuweisende Stelle, ein Erstgespräch mit uns ist aber jederzeit möglich.

Und an die Eltern: Das Beste, was du tun kannst, ist dranbleiben, ohne zu drängen. Frag nach dem Plan, nicht nach dem Ergebnis.

Du willst das nicht allein angehen? Im Erstgespräch klären wir, was bei euch gerade dran ist und welches Coaching passt. Erstgespräch vereinbaren oder anrufen: 044 310 29 45.

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