Sozialpädagogische Tagesstruktur (SOTA)

Inhalt

Eine geregelte Tagesstruktur ist für Jugendliche allgemein und besonders für solche mit Migrationshintergrund von grösster Wichtigkeit. Sie vermittelt ein Gefühl von Integration und damit Sicherheit, Orientierung und Perspektive. Dadurch sind Jugendliche weniger anfällig für Konflikte und können auch besser mit Enttäuschungen umgehen.
Nach Krisen oder wenn – aus welchen Gründen auch immer – eine solche Struktur und Betreuung bisher gefehlt haben, müssen diese unter Umständen während einer gewissen Zeit intensiviert und „nachgeholt“ werden. Diese jungen Menschen brauchen dann mehr als ihre Kollegen im gleichen Alter eine regelmässige, motivierende Begleitung und Betreuung.

Das Hauptangebotvon ChangeKultur umfasst im Kombi-Paket folgende Leistungen:

Praktika (3-6 Monate) und Lehrstellen mit einer sozialpädagogischen Tagesstruktur

  • Büroassistent/-in (EBA)
  • Kaufmann/Kauffrau (KV)
  • Handwerkliche oder gastronomische Berufe

Integrierender Bestandteil dieser Stellen ist eine Halt und Sicherheit gebende sozialpädagogische Tagesstruktur .

Diese besteht im Einzelnen aus den folgenden Modulen:

Lernpädagogisches Coaching (LPC)

Lernpädagogisches Coaching (LPC) geht über einen herkömmlichen Nachhilfeunterricht hinaus und unterstützt Jugendliche bei der Bewältigung bzw. Aufarbeitung der schulischen Situation. LPC ist ein fester Bestandteil aller Angebote im Bereich „Pädagogische Tagesstruktur“.

Das Angebot besteht aus kontinuierlicher Begleitung, Beratung und Unterstützung in folgenden Bereichen (mit Trainings):

  • Tages-/Wochenrückblick Unterricht (Verständnis, Diskussion, Vertiefung)
  • Aufgaben- und Prüfungsbesprechung
  • Sprachbeherrschung
  • Motivation und Lerntechnik (Brain Gym u.a.)
  • Planung und Vorbereitung von Prüfungen, Projekten wie ALS und PE
  • Motivierende Zusatzangebote Allgemeinbildung (Lektüre, Exkursionen, Besuch von Veranstaltungen)
  • Nachhilfeunterricht (Deutsch, Französisch, Englisch u.a.)

Kompetenzorientierte Familienarbeit (KOFA)

>Wir unterstützen die Familien der Jugendlichen mit folgenden Zielen:

  • Klärung der Familiensituation
    • Familienverständnis im Ursprungsland und in der Schweiz sowie in der eigenen Familie
    • sozialpolitische Situation
    • Informationen über die Berufslehre in der Schweiz
  • Aufzeigen von Erziehungsmöglichkeiten und -aufgaben
  • Die Familie bzw. der/die Jugendliche erreicht soziale Harmonie, Tagesstruktur und Perspektive
  • Die Familie bzw. der/die Jugendliche kennt Strategien zur Bewältigung der Schwierigkeiten im Leben und ist in der Lage sich darüber zu reflektieren sowie neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
  • Eltern werden kompetenter in Bezug auf Erziehungsfragen (siehe: Indikationen)
  • Jugendliche werden kompetenter in Bezug auf Lebensfragen (siehe: Indikationen)

Psychologisches Coaching & Training (PCT) -bei Bedarf als Ersatz für KOFA-

Eine psychologische Intervention im Rahmen des PCT ist angesagt, wenn die Persönlichkeitsstruktur und/oder die Wahrnehmungen/Kognitionen eines oder mehrerer Akteure im Lebenskontext des Jugendlichen (oder der Familienmitglieder mit unmittelbarem Kontakt) auf das Funktionieren der relevanten Systeme (individuell, familiär, beruflich/schulisch) negative Auswirkungen haben. In diesem Sinne eignet sich das PCT-Modul für Situationen, in denen individuelle Eigenschaften Sozialsysteme beeinflussen und deshalb eine gezielte und systematische Kognitions- und Verhaltensveränderung durch psychologische Intervention primär beim Individuum benötigt wird.

Jugendliche werden in diesem Zusammenhang mit folgenden Zielen psychologisch unterstützt:

  • Abbau der Vorurteile gegenüber Selbst- und anderen sowie Erwerb neuer Selbst- und Sozialkompetenzen
  • Verständnis von sozialen Verhaltensnormen der Gesellschaft und einwandfreier Umgang damit
  • Zielsetzung, konzentrierte Zielverfolgung und Realisierung der Ziele im vereinbarten zeitlichen Rahmen
  • Selbstvertrauen in Bezug auf Lebens-, Entwicklungs- und Integrationsfragen
  • Eine positive Gesinnung gegenüber den Systemen in der Schweiz
  • Erfolgreiche Emotions-, Impuls- und Verhaltensregulation
    • Umgang mit Gewalt
    • Umgang mit der eigenen Krise
    • Sucht- und HIV-Prävention
    • Ernährung und Gestaltung des Tages (Biorhythmus)
    • Beziehung zum eigenen und zum anderen Geschlecht
    • Gruppendynamik und Freundeskreis

Jobcoaching

Das Modul Jobcoaching besteht aus drei Teilen. Das erste Teil des Moduls umfasst eine empirische Matching- und Berufseignungsabklärung (inkl. Schnupperlehre bzw. Praktika) einerseits mittels wissenschaftlich standardisierter Instrumente, andererseits auch persönlicher Beratungs- und Assessmentgespräche. Der zweite Teil des Moduls fokussiert auf systematische Begleitung und Coaching der Lernenden und Lehrbetriebe für eine sozialpädagogisch unterstützte Gestaltung der bereits laufenden Ausbildung. Der dritte Teil umfasst Bewerbungstraining und Unterstützung beim Übergang in den ersten Arbeitsmarkt nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufslehre. Dabei werden erstens Bewerbungsunterlagen optimiert und das Wissen vermittelt, sich in Zukunft anhand einem situationsadäquaten Bewerbungsdossier differenziert und erfolgreich zu bewerben. Zweitens wird die Leistung in kommenden Bewerbungsgesprächen optimiert, indem regelmässige Probeinterviews mit systematischem Feedback durchgeführt werden. Während der erste (JBC1) und der dritte (JBC3) Teile als obligatorische Kernmodule in den entsprechenden Phasen zur Verfügung stehen, bleibt der zweite Teil (JBC2) optional und wird nur bei Bedarf separat gebucht.


Anmeldung und Prozessablauf

Die Anmeldung erfolgt durch die Eltern oder eine beauftragende Stelle (Kinder- und Jugendhilfezentren, Jugend- und Familienberatung, Jugendanwaltschaft, SVA u.a.). Der oder die Jugendliche verfasst aus seiner persönlichen Sicht ein Motivationsschreiben: einige aussagekräftige Sätze, mit denen er/sie seine/ihre aktuelle Situation, seine/ihre Wünsche oder sein/ihr Ziel beschreibt. Danach erfolgt das Eintrittsgespräch.

  • Phase 1: Abklärungs- und Vorbereitungsphase (3-6 Monate inkl. Praktika)
    • Abklärung der Einsatzmöglichkeiten und Festlegung des weiteren Vorgehens (Kurzbericht)
    • Matching- und Berufseignungsabklärungen im Rahmen des Moduls JBC1
    • Schnuppern (zwei Wochen)
    • Absolvierung der entsprechenden Praktika (3 – 6 Monate)
    • (ggf. beim Vorhandensein drastischer schulischen Lücken auch ein Vorbereitungsjahr möglich)
    • Ende der Matching- und Abklärungsphase mit schriftlichem Feedback
  • Phase 2: Intervention – Beginn der Berufslehre (2 bis 4 Jahre, EBA/EFZ)
    • Mit lernpädagogischer Unterstützung
  • Phase 3: Integration – Lehrabschluss und Übergang in den ersten Arbeitsmarkt (6 Monate oder bis zu einem früheren Stellenantritt)
    • Optimierung der Bewerbungsunterlagen
    • Bewerbungstraining mit Probeinterviews und systematisches Feedback
    • Aktive Unterstützung bei der Stellensuche

Sprachen:

Deutsch, Albanisch, Serbokroatisch, Türkisch, Englisch, Französisch, Italienisch

Kosten:

Wir rechnen pauschal mit 22 Tagen pro Monat zu einem Tagessatz von CHF 240. Darin inbegriffen sind der Lehrlingslohn und die Sozialleistungen.

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Kosten:


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Wir rechnen pauschal mit 22 Tagen pro Monat zu einem Tagessatz von CHF 240. Darin inbegriffen sind der Lehrlingslohn und die Sozialleistungen.

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Telefon:+41 44 310 29 45